CPAP-Maske mit Schlauch, Gerät, zwei Tabletten und Wasserglas auf Nachttisch vor Bett
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Weltrekord im Luftanhalten: Schwerdtner taucht 9:39 Minuten

Heike Schwerdtner hält beim Static Apnea den Frauenweltrekord: 9:39 Minuten ohne Atmen, aufgestellt in Budapest im Juni 2026, nur 1:56 Minuten hinter den Männern.

Florian Döhnert-Breyer
Beitrag von
Aktualisiert am
21.10.2026
Veröffentlicht am
21.10.2026

Inhaltsverzeichnis5
  1. 1Das Wichtigste in Kürze
  2. 2Was Static Apnea als Disziplin misst
  3. 3Vom Rekord der Molchanova zu Schwerdtner
  4. 4Warum der Guinness-Rekord eine andere Kategorie ist
  5. 5FAQ: Häufig gestellte Fragen

Heike Schwerdtner hat ihren eigenen Weltrekord im Static Apnea erneut verbessert. Bei der AIDA-Pool-Weltmeisterschaft in Budapest hielt die Deutsche im Juni 2026 die Luft 9 Minuten und 39 Sekunden lang an, komplett ohne Flossen, ohne Bewegung und ohne vorheriges Atmen von reinem Sauerstoff. Damit steht der Weltrekord der Frauen im Static Apnea nach AIDA-Regeln aktuell (Stand: Oktober 2026) bei dieser Zeit.

Was Static Apnea als Disziplin misst

Static Apnea ist die reine Zeitdisziplin im Freitauchen. Es zählt weder Strecke noch Tiefe, sondern allein, wie lange die Atemwege unter Wasser bleiben.

Die Regeln im Wettkampf

Die Athletin liegt bäuchlings und bewegungslos an der Wasseroberfläche, das Gesicht nach unten gerichtet. Ein Betreuer sichert sie während der gesamten Zeit, Hilfe von außen während des eigentlichen Luftanhaltens ist nicht erlaubt.

Gemessen wird ab dem letzten Atemzug bis zum ersten Kontakt des Gesichts mit Luft nach dem Auftauchen. Seit der Regelrevision 17.8, die AIDA im Mai 2026 in Kraft gesetzt hat, dürfen Athletinnen und Trainer dabei auch in Static elektronische Überwachungsgeräte einsetzen, eine frühere Ausnahme für diese Disziplin wurde gestrichen.

Vom Rekord der Molchanova zu Schwerdtner

Natalia Molchanova hielt den Frauenrekord über elf Jahre lang, mit 9:02 Minuten, aufgestellt 2013 in Belgrad. Erst 2024 übertraf Schwerdtner diese Marke und hat sie seither mehrfach weiter ausgebaut, von 9:07 auf jetzt 9:39 Minuten.

Der Abstand zu den Männern schrumpft

Der Männerrekord steht seit 2009 bei 11 Minuten 35 Sekunden, aufgestellt von Stéphane Mifsud. Zwischen Schwerdtners aktueller Zeit und diesem seit siebzehn Jahren unangetasteten Wert liegen nur noch 1 Minute 56 Sekunden, ein Abstand, der bei Molchanovas Rekord noch über zweieinhalb Minuten betragen hatte.

Warum der Guinness-Rekord eine andere Kategorie ist

Neben dem AIDA-Weltrekord existiert ein ganz anderer Bestwert im Luftanhalten: 29 Minuten und 3 Sekunden, aufgestellt von Vitomir Maričić im Juni 2025 in Opatija und von Guinness World Records geführt.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Vorbereitung. Maričić atmete vor seinem Versuch mehrere Minuten reinen Sauerstoff, was die im Blut gespeicherte Sauerstoffmenge deutlich erhöht und den Atemdrang anders verzögert als bei normaler Raumluft.

Beide Rekorde messen dieselbe Handlung, nämlich Luftanhalten, aber unter so unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, dass sie sich nicht sinnvoll vergleichen lassen. Bei Frauen liegt der entsprechende Sauerstoff-Bestwert bei 18 Minuten 32 Sekunden, gehalten von Karoline Meyer seit 2009.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

AIDA International erkennt als Wettkampfdisziplin nur das Luftanhalten unter den Bedingungen regulärer Atemluft an, ohne vorbereitende Sauerstoffgabe. Das Einatmen von reinem Sauerstoff verändert die physiologischen Ausgangswerte so stark, dass AIDA diese Versuche nicht in sein Regelwerk und seine Ranglisten aufnimmt. Solche Rekorde werden stattdessen von Guinness World Records unter eigenen Bedingungen geführt und sind keine Wettkampfleistung im Sinne eines Verbands.

Ohne jede Vorbereitung und Training liegt die Kapazität der meisten gesunden Erwachsenen bei grob rund einer Minute. Mit etwas Übung und bewusster Entspannung gelten rund vier Minuten als realistische Marke für Einsteiger, die sich gezielt mit Atemtechnik beschäftigen. Der Unterschied zu Spitzenwerten wie Schwerdtners 9:39 Minuten entsteht vor allem durch jahrelanges Training der CO2-Toleranz und der mentalen Entspannung, nicht durch ein grundsätzlich anderes Lungenvolumen.

Der Buddy oder Sicherungstaucher beobachtet die Athletin durchgehend, ohne während des eigentlichen Luftanhaltens einzugreifen, da das sonst den Versuch ungültig machen würde. Er kontrolliert in festen Abständen Lebenszeichen und reagiert sofort, wenn es zu einem Bewusstseinsverlust kommt, der bei dieser Disziplin trotz aller Erfahrung nie vollständig ausgeschlossen werden kann. Diese Sicherung ist bei jedem offiziellen Rekordversuch zwingend vorgeschrieben.

Ein von AIDA ratifizierter Rekord gilt so lange, bis ihn eine andere Athletin unter denselben Wettkampfbedingungen überbietet, ein regulärer Vorgang, den Schwerdtner selbst in den vergangenen Jahren mehrfach bei ihrem eigenen Rekord ausgelöst hat. Der hier genannte Stand von Oktober 2026 bezieht sich auf die zu diesem Zeitpunkt aktuelle, von AIDA bestätigte Bestleistung.