Scubapro MK25 EVO Test: Referenzregler für Kaltwasser und Vieltaucher?

715,00 €
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91 %Oktober 2026Tauchvergleich.de
TESTERGEBNIS

Scubapro MK25 EVO im Test: Wie sich der Kolbenregler gegen den Apeks MTX-R schlägt und ob sich der hohe Gesamtpreis mit Oktopus wirklich lohnt.

Kirill Seregin
Testbericht von
Aktualisiert am
21.10.2026
Veröffentlicht am
21.10.2026

Wie wir testen, steht in So testen wir Tauchausrüstung.

Ein Erstautomat soll bei vier Grad im Baggersee genauso arbeiten wie auf 30 Metern im Roten Meer. Wer ein Gerät sucht, das er nicht nach zwei Kaltwassersaisons wieder austauscht, landet fast zwangsläufig beim Scubapro MK25 EVO.

Scubapro positioniert ihn als Flaggschiff der eigenen Kolbenregler-Baureihe, als Gerät für Technikaucher, Berufstaucher und ambitionierte Hobbytaucher gleichermaßen. Im Scubapro MK25 EVO Test war der Atemkomfort im direkten Vergleich zum Apeks MTX-R spürbar müheloser, gerade gegen Ende der Flasche.

Das ist die eine Seite. Die andere ist der Preis, sobald ein Oktopus und echte Kaltwasserausrüstung dazukommen.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Konstanterer Atemwiderstand bei sinkendem Flaschendruck als der Apeks MTX-R
  • Fünf Mitteldruckports auf Drehturm plus Axialport für maximale Schlauchfreiheit
  • XTIS-Kälteschutz verzögert Vereisung auch bei Wassertemperaturen nahe 4 Grad
  • Externe Zwischendruck-Justage für schnelle Wartung vor Ort
  • Zwei gegenüberliegende Hochdruckports für flexible Sendermontage
  • Bewährte, lange verfügbare Kombination mit der G260 Zweitstufe

Nachteile

  • Hoher Gesamtpreis, sobald Oktopus und Kaltwasserzubehör dazukommen
  • Nicht umweltgedichtet wie der MK19 EVO, kein Ersatz für stark kontaminierte Gewässer
  • Mit 791 g eines der schwereren Modelle der Scubapro-Erststufen
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Scubapro Atemregler mit schwarzer zweiter Stufe und verchromter erster Stufe vor weißem Hintergrund
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Technische Daten

Messwerte und Herstellerangaben zum MK25-G260 Set im Test.

Technische Daten
ErststufentypDurchflusskolben, ausbalanciert
Werkstoff ErststufeVerchromtes Messing
Hochdruckports2 gegenüberliegend
Mitteldruckports5, Drehturm + Axial
Luftdurchsatz bei 200 barÜber 8500 l/min
Zwischendruck9,2 bis 9,8 bar
Gewicht Erststufe791 g (DIN)
Gewicht Zweitstufe G260268 g ohne Mundstück
ZertifizierungEN250A, 4 Grad getestet

Der MK25 EVO arbeitet mit einem ausbalancierten Durchfluss-Kolben. Hochdruckluft aus der Flasche drückt gegen eine Kolbenscheibe, eine Feder und der Umgebungsdruck halten dagegen.

Beim Einatmen sinkt der Druck in der Mitteldruckkammer kurz ab, der Kolben öffnet, Luft strömt nach. Weil der Umgebungsdruck mit in die Balance eingerechnet ist, bleibt der Atemwiderstand über Tiefe und sinkenden Flaschendruck fast konstant.

Das ist der technische Kern des Versprechens „mühelos bei jedem Flaschendruck“, das Scubapro für den MK25 EVO ausgibt.

Atemwiderstand im direkten Vergleich zum Apeks MTX-R

Wir sind den MK25 EVO über mehrere Tauchgänge parallel zu einem Apeks MTX-R gefahren, gleiche Flasche, gleicher Tauchplatz, gleicher Tag.

Der Unterschied war beim Einatmen gegen Ende der Flasche am deutlichsten. Unter 50 bar Flaschendruck blieb der MK25 EVO spürbar ruhiger.

Der MTX-R verlangte in dieser Phase etwas mehr Sog. Bei vollem Tank war der Unterschied kaum zu merken.

Beide Regler liefern dort reichlich Luft, ohne dass man es als Mühe empfindet. Interessant wurde es beim Flossenschlag gegen Strömung, also bei erhöhter Atemfrequenz.

Der MK25 EVO mit G260-Zweitstufe hielt den Atemzug konstant. Das leichte Flattern, das wir am MTX-R unter Last wahrgenommen haben, blieb hier aus.

Für Taucher, die regelmäßig in Strömung oder mit schwindendem Flaschendruck arbeiten, ist das ein praktischer Vorteil. Bei Strömungstauchgängen oder langen Deko-Stopps zählt genau dieser Unterschied, keine Marketingzahl.

Handling: Drehturm, Portausrichtung und Schlauchführung

Der Drehturm mit vier Mitteldruckports lässt sich im Wasser und an Land frei drehen, solange die Überwurfmutter nicht final festgezogen ist. Das macht die Schlauchführung beim Aufbau deutlich entspannter als bei Erstautomaten ohne Drehturm.

Wir haben die Konsole rechts, den Inflatorschlauch links und den Oktopus unten am Drehturm verlegt. Kein Schlauch spannt oder knickt unnötig.

Der fünfte Port sitzt axial am Ende der Erststufe, nicht auf dem Drehturm. Dort montiert, liefert er den direktesten Luftweg, weil die Luft nicht um eine Ecke muss.

Für die Zweitstufe am Mundstück lohnt sich dieser Port deshalb besonders. Am Hals macht sich das Gewicht der Erststufe mit 791 g beim Anlegen kaum bemerkbar, es sitzt an der Flasche, nicht am Körper.

Spürbar wird es eher in der Reisetasche, wo ein leichteres Modell wie ein MK17 EVO Vorteile hätte.

Kaltwassereignung: XTIS und das Verhalten bei vier Grad

XTIS steht für Extended Thermal Insulating System. Es ist der Grund, warum der MK25 EVO überhaupt als Kaltwasserregler gilt, obwohl er anders als der MK19 EVO nicht vollständig gekapselt ist.

Das System isoliert Feder, Kolben und Gehäuse thermisch von der umgebenden Kälte. Eine isolierende Beschichtung der Feder, eine Dämmbuchse im Gehäuse und eine Frostschutzkappe wirken dabei zusammen.

So kühlt die Innenmechanik langsamer aus als bei einem ungeschützten Kolbenregler. Der Hersteller gibt für diese Kombination eine um rund 30 Prozent verbesserte Kälteresistenz gegenüber dem Vorgängermodell an.

Zertifiziert ist der MK25 EVO nach EN250A für Wassertemperaturen bis 4 Grad. Geprüft wird das bei einer Atemrate von 375 Litern pro Minute über fünf Minuten, ohne Freeflow.

Praxisfolge bei Temperaturen nahe 4 Grad

Bei unseren Tauchgängen im Spätherbst lag die Wassertemperatur um 7 bis 8 Grad. Die Erststufe blieb über die gesamte Tauchzeit unauffällig, kein Vereisungsgeräusch, kein spürbarer Leistungsabfall gegen Ende.

Wie sich der Regler bei echten 2 bis 4 Grad über eine komplette Wintersaison verhält, können wir aus unserem Testzeitraum nicht abschließend beurteilen.

Wichtig für die Einordnung: XTIS schützt die Umgebung der beweglichen Teile, kapselt sie aber nicht komplett ab wie beim MK19 EVO. Für sehr kontaminierte oder extrem trübe Gewässer bleibt der MK19 EVO die konsequentere Wahl.

Für die meisten Kaltwassereinsätze in Nord- und Ostsee oder im Baggersee reicht der MK25 EVO völlig aus.

Preis-Leistung

Tiefstpreis: 665,00 €Höchstpreis: 715,00 €Zeitraum 3 M

Historische Tagespreise · Quelle: Keepa · Aktueller Preis siehe Angebot oben · Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten

Der MK25-G260 Erstautomat kostet aktuell 715,00 €. Das ist aber nur die halbe Rechnung, denn kein Taucher geht mit einem einzelnen Automaten ins Wasser.

Rechnet man einen Oktopus wie den Scubapro R195 und ein Finimeter oder eine Konsole dazu, landet ein komplettes, tauchfertiges Set schnell 150 bis 250 Euro über dem reinen Setpreis. Bei neun Tauchgängen im Jahr, unserem eigenen Testpensum, entspricht ein Aufpreis von 250 Euro rund 28 Euro pro Tauchgang in der ersten Saison.

Auf fünf Jahre und angenommene 40 Tauchgänge pro Jahr gerechnet sinkt dieser Zusatzposten auf gut 1,25 Euro pro Tauchgang. Genau diese Rechnung lässt viele Preisvergleiche im Netz unvollständig aussehen, weil sie nur den nackten Erstautomaten nennen.

Im Vergleich dazu positioniert sich der Aqualung Legend Elite spürbar günstiger und liefert mit seiner Over-Balanced-Diaphragm-Technik ebenfalls gute Kaltwasserwerte. An die Drehturm-Flexibilität des MK25 EVO kommt er aber nicht heran.

Der Oceanic FDXi liegt preislich noch einmal darunter, spielt aber eine andere Liga: solide Allround-Leistung, ohne Anspruch auf Technikdiving-Tauglichkeit.

Wer den MK25 EVO nur für gelegentliches Warmwassertauchen kauft, zahlt für Eigenschaften, die er nie braucht. Wer dagegen mehrmals im Jahr unter 10 Grad taucht oder mit Doppelflasche im Sidemount unterwegs ist, bekommt hier einen echten Gegenwert für den hohen Einstiegspreis.

So haben wir getestet

Unser Urteil basiert ausschließlich auf eigenem Praxiseinsatz und den Produktdaten des Herstellers, niemals auf Rückmeldungen Dritter. Wir bewerten jedes Gerät nach einem festen Kriterienraster, gewichtet, von 0 bis 100 Punkten, mit Preis-Leistung immer als letztem Kriterium.

Für diesen Test sind wir mit dem MK25-G260 über mehrere Wochen insgesamt neun Tauchgänge gefahren, davon drei im direkten Parallelvergleich mit einem Apeks MTX-R an derselben Flasche und demselben Tauchplatz. Die Wassertemperaturen lagen zwischen 7 und 19 Grad, die Tiefen zwischen 8 und 32 Metern.

Bei einem Flaggschiff-Kolbenregler wiegt der Atemwiderstand am schwersten, weil genau dafür ein Taucher den Aufpreis gegenüber einem Einsteigermodell zahlt. Punkte gekostet hat den MK25 EVO allein der hohe Gesamtpreis im Set mit Oktopus.

Punkte eingebracht hat der konstant niedrige Atemwiderstand bei sinkendem Flaschendruck.

Alternativen

Wer vor der Kaufentscheidung steht, sollte mindestens diese drei Regler kennen, bevor er sich für den MK25 EVO entscheidet.

Produkt

Besonderheit

Für wen

Apeks MTX-R

Umweltgedichtete Kolben-Erststufe, robust gegen Sand und Schlick

Wracktaucher und Höhlentaucher in trübem Wasser

Aqualung Legend Elite

Over-Balanced-Diaphragm, günstigerer Kaltwasser-Einstieg

Einsteiger ins Kaltwassertauchen mit kleinerem Budget

Oceanic FDXi

Leichte Allround-Zweitstufe, geringeres Gesamtgewicht

Reisetaucher ohne Technikdiving-Ambitionen

Der Apeks MTX-R war unser direkter Vergleichsregler im Atemtest. Er bleibt die Wahl, wenn vollständige Umweltdichtung wichtiger ist als der letzte Rest Atemkomfort.

Der Aqualung Legend Elite punktet bei Einsteigern, die Kaltwassertauglichkeit wollen, ohne gleich das Flaggschiff-Budget aufzurufen. Der Oceanic FDXi zielt auf Taucher, die primär im Warmwasser unterwegs sind und selten mit Trockenanzug und dicken Handschuhen hantieren.

Wertung

91 / 1004,6
96 / 100
Atemwiderstand
90 / 100
Handling
92 / 100
Kaltwassereignung
84 / 100
Preis-Leistung

Der MK25 EVO überzeugt dort, wo es bei einem Flaggschiff-Regler zählt: beim Atemwiderstand unter realer Belastung und bei der Kaltwassertauglichkeit. Den Vollpreis rechtfertigt er aber nur, wenn man ihn tatsächlich im Kaltwasser oder Technikdiving einsetzt.

Für wen lohnt er sich? Für Vieltaucher, die mehrmals im Jahr bei unter 10 Grad tauchen, mit Doppelflasche oder Sidemount arbeiten, oder einfach den besten verfügbaren Atemkomfort wollen und dafür zahlen.

Für wen nicht? Für reine Warmwassertaucher mit ein bis zwei Urlaubstauchgängen im Jahr ist der Aufpreis gegenüber einem Oceanic FDXi nicht zu rechtfertigen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Der MK25 EVO lässt sich mit mehreren Scubapro-Zweitstufen kombinieren, etwa mit der G260, dem S600, dem S620 Ti oder dem A700. Alle nutzen den gleichen 3/8-Zoll-Mitteldruckanschluss. Getestet haben wir hier ausschließlich die Kombination mit der G260. Für Titan-Zweitstufen wie den S620 Ti gilt eine Begrenzung auf maximal 40 Prozent Nitrox, wegen des Brandrisikos bei höheren Sauerstoffanteilen.

Wie bei anderen Scubapro-Reglern gilt ein Wartungsintervall von alle 100 Tauchgänge oder alle zwei Jahre, je nachdem, was zuerst eintritt. Wer am Parts-for-Life-Programm teilnimmt und Regler, BCD und Computer innerhalb eines Jahres beim selben Händler kauft, zahlt bei regelmäßiger Wartung keine Ersatzteile mehr, nur die Arbeitszeit.

Technisch funktioniert er im Warmwasser genauso gut wie im Kaltwasser, der Atemkomfort und die Drehturm-Flexibilität bleiben erhalten. Wirtschaftlich lohnt sich der Aufpreis gegenüber einem reinen Warmwasserregler wie dem Oceanic FDXi aber nur, wenn man den höheren Komfort und die Zukunftssicherheit für gelegentliche Kaltwassertauchgänge tatsächlich braucht.

Der MK19 EVO ist vollständig umweltgedichtet, eine trockene Druckkammer hält Wasser und Schmutz komplett von der Innenmechanik fern. Der MK25 EVO schützt die Mechanik nur thermisch über XTIS, bleibt dabei aber leichter und günstiger. Für sehr trübe, sandige oder kontaminierte Gewässer ist der MK19 EVO die konsequentere, aber auch schwerere Wahl.

Scubapro MK25 EVO
715,00 €