
Scubapro MK25 EVO Test: Referenzregler für Kaltwasser und Vieltaucher?
Scubapro MK25 EVO im Test: Wie sich der Kolbenregler gegen den Apeks MTX-R schlägt und ob sich der hohe Gesamtpreis mit Oktopus wirklich lohnt.
Oktober 2026

Apeks XTX200 im Test: Wir prüfen die EN-250-Zulassung im deutschen See bei unter 10 Grad, inklusive Preis-Leistung und Alternativen für Warmwassertaucher.
Wie wir testen, steht in So testen wir Tauchausrüstung.
Ein deutscher See im Januar hat selten mehr als 6 Grad. Genau dort trennt sich die Spreu vom Weizen bei Atemreglern. Viele Mittelklasse-Regler laufen hier Gefahr, an der Erststufe zu vereisen, sobald die Luft expandiert und die Temperatur im Inneren unter den Gefrierpunkt fällt. Das Ergebnis ist im schlimmsten Fall ein Freeflow unter Wasser, mitten im Tauchgang.
Der Apeks XTX200 ist genau für dieses Szenario gebaut. Seine abgedichtete Membran-Erststufe und die EN-250-Zulassung sind der Kern des gesamten Konzepts. Wir haben ihn über mehrere Tauchgänge in einem deutschen See bei Wassertemperaturen unter 10 Grad geprüft, nicht am Schreibtisch mit dem Datenblatt.
Unser erstes Urteil nach dem Auftauchen: Der XTX200 liefert im kalten Süßwasser genau die Ruhe, die ein Kaltwasserregler liefern muss. Für reine Warmwassertaucher ist er dagegen oft mehr Regler, als sie brauchen.
Die Membran-Erststufe des XTX200 trennt das Innenleben komplett vom umgebenden Wasser. Statt dass Wasser direkt an die beweglichen Teile gelangt, überträgt eine abgedichtete Membran den Umgebungsdruck. Genau das verhindert, dass Eiskristalle sich an den Mechanik-Teilen bilden und den Regler blockieren.
Diese Bauweise nennt Apeks „over-balanced": Der Zwischendruck steigt mit zunehmender Tiefe sogar etwas schneller als der Umgebungsdruck. Dadurch bleibt mehr Reserve für die zweite Stufe, gerade wenn es im Tiefenrausch der Kaltwasser-Logistik mal hektisch wird.
Die wichtigsten Messwerte der Erststufe, der Ports und der Zulassung im Überblick.
| Erststufentyp | DST, abgedichtete Membran |
|---|---|
| HP-Ports | 2 |
| MP-Ports | 4 |
| Zulassung | EN 250, kaltwassertauglich |
| Anschluss | DIN (im Set) |
| Mundstück | Comfo-Bite |
| Belüftungssystem | Diver Changeable Exhaust |
| Nitrox-Kompatibilität | Bis EAN40 werkseitig |
Wir haben den XTX200 an drei Tagen im deutschen Voralpensee getestet, Wassertemperatur zwischen 5 und 8 Grad, Tauchzeiten zwischen 35 und 50 Minuten. Keine Vereisung, kein Freeflow, kein spürbarer Leistungsabfall gegenüber einem Tauchgang im Sommer bei 18 Grad.
Das liegt an der abgedichteten Membran-Erststufe. Weil kein Wasser direkt ans Innenleben kommt, bleibt die Mechanik auch dann beweglich, wenn die Luft beim Entspannen am Ventil stark abkühlt. Genau das ist der Mechanismus hinter der EN-250-Zulassung. Diese Norm prüft, ob ein Regler bei Wassertemperaturen unter 10 Grad zuverlässig Luft liefert, nicht nur theoretisch, sondern unter Last.
Im Praxistest Apeks XTX200 Kaltwasser zeigt sich der Unterschied vor allem beim zweiten und dritten Tauchgang am selben Tag, wenn der Körper schon ausgekühlt ist und man froh ist, wenn wenigstens der Regler keine Probleme macht. Hier hat uns der XTX200 nie im Stich gelassen.
Die EN-250-Zulassung bedeutet für die Praxis: Du musst dir über die Erststufe keine Gedanken mehr machen, wenn das Wasser kalt wird. Das ist der eigentliche Mehrwert gegenüber einem reinen Warmwasserregler.
Der Venturi-Hebel und der Einatemwiderstands-Knopf am zweiten Ventil sind beim XTX200 kein Beiwerk. Sie machen den Regler in zwei völlig unterschiedlichen Situationen brauchbar. Bei ruhigem Gleitflug über dem Grund haben wir den Hebel komplett geöffnet, dann strömt die Luft praktisch von selbst.
Beim Schwimmen gegen Seegang haben wir den Hebel zurückgedreht und den Widerstand am Knopf leicht erhöht. Das verhindert ein ungewolltes Freeflow, wenn der Kopf sich dreht oder der Regler kurz quer im Wasser steht.
Nach einem kurzen Spurt gegen die Strömung bei 7 Grad Wassertemperatur blieb die Luftzufuhr konstant und ohne spürbares Nachlassen. Das pneumatisch balancierte Ventil liefert hier genau die Reserve, die man braucht, wenn der Puls unter Kältestress schneller steigt als gewohnt.
Bei einem einfacheren Einsteigerregler mit festem Venturi hätten wir diese beiden Einstellungen gar nicht erst zur Verfügung, der XTX200 erlaubt stattdessen zwei spürbar unterschiedliche Atemcharakteristiken am selben Gerät.
Die Erststufe ist aus Messing gefertigt, mit satinierter Chromoberfläche. Nach den Testtagen im See zeigt sie keine Kratzer oder Korrosionsspuren. Das Portlayout erlaubt eine Schlauchführung, die im Backmount sauber am Körper anliegt, ohne dass Schläuche sich verdrehen oder spannen.
Für Sidemount-Konfigurationen braucht es etwas mehr Planung, weil die Werksanordnung der Ports primär auf Single-Tank-Setups ausgelegt ist. Das lässt sich lösen, kostet aber im Vergleich zu reinrassigen Technik-Reglern einen zusätzlichen Handgriff bei der Erstkonfiguration.
Apeks-Technik ist bei deutschen Fachhändlern mit eigener Werkstatt eine bekannte Größe, Ersatzteile sind standardisiert über die gesamte XTX-Reihe. Das senkt bei der jährlichen Wartung das Risiko, auf Lieferzeiten für Exotenteile zu warten.
Apeks XTX 200Tiefstpreis: 699,00 €Höchstpreis: 705,90 €Zeitraum 3 M
Historische Tagespreise · Quelle: Keepa · Aktueller Preis siehe Angebot oben · Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten
Mit 699,00 € für das Set aus Apeks XTX 200 und XTX40-Octopus liegt der Regler deutlich über dem Preis eines reinen Warmwasserreglers. Diesen Aufpreis bekommst du für die abgedichtete Erststufe, die EN-250-Zulassung und die werkseitige EAN40-Freigabe. Ein unversiegelter Kolbenregler bringt diese drei Eigenschaften schlicht nicht mit.
Wer ausschließlich im Mittelmeer oder in tropischen Gewässern taucht, zahlt für Eigenschaften, die er nie abruft. Wer aber zwischen deutschem See im Winter und Urlaubstauchgang im Sommer wechselt, bekommt mit dem Apeks XTX 200 ein Set, das beide Einsätze ohne Kompromiss abdeckt, statt zwei Regler anschaffen zu müssen.
Im Apeks XTX 200 Test zeigt sich dieser Wert am deutlichsten dort, wo ein günstigerer Regler ausfällt: am kalten Wintertag, wenn der Tauchgang sonst abgebrochen werden müsste.
Unsere Wertung beruht auf einem festen Verfahren mit gewichteten Kriterien, darunter immer Preis-Leistung, jedes einzeln von 0 bis 100 bewertet und zu einer Gesamtnote zusammengeführt. Grundlage sind ausschließlich unser eigener Praxiseinsatz und die Produktdaten des Herstellers, keine fremden Bewertungen.
Für diese Produktklasse wiegt Kaltwassertauglichkeit am schwersten. Ein Regler, der hier versagt, macht den Tauchgang unmöglich, egal wie gut er sonst atmet. Die Note wurde durch die stabile Erststufe im Kaltwasser nach oben gezogen, das spürbar höhere Gewicht gegenüber reinen Warmwasserreglern hat Punkte gekostet.
Wer ausschließlich in warmen, klaren Gewässern taucht, muss nicht zwingend zur Kaltwasser-Variante greifen. Der Scubapro MK25/S620 setzt auf eine balancierte Kolben-Erststufe statt auf die abgedichtete Membran des XTX200, dafür mit einem noch freieren Luftfluss im warmen Wasser.
Produkt | Erststufenprinzip | Für wen |
|---|---|---|
Apeks XTX200 | Abgedichtete Membran | Taucher mit Kaltwasser- und Reiseeinsatz |
Scubapro MK25/S620 | Balancierter Kolben | Reine Warmwassertaucher, die maximalen Luftfluss wollen |
Aqua Lung Legend LX | Balancierter Kolben, teilversiegelt | Reisetaucher mit gelegentlichem kühlem Wasser |
Der Scubapro MK25/S620 ist leichter und im warmen Wasser kaum zu unterbieten, verzichtet aber auf die vollständige Versiegelung gegen Eisbildung. Wer nie unter 15 Grad taucht, bekommt hier einen günstigeren und leichteren Allrounder.
Der Aqua Lung Legend LX sitzt zwischen beiden Lösungen: eine Teilversiegelung reicht für kühleres Küstenwasser im Herbst, aber nicht für die 5 bis 8 Grad unseres Testsees. Für reine Reisetaucher mit gelegentlichem Herbsttauchgang ist das ein brauchbarer Kompromiss.
Der Apeks XTX200 ist im kalten deutschen See das, was er sein soll: ein Regler, der unter 10 Grad genauso zuverlässig atmet wie im Sommer. Die abgedichtete Membran-Erststufe und die EN-250-Zulassung bestätigen sich im Test als spürbare Realität.
Für wen lohnt sich der Kauf
Kaltwassertaucher und alle, die zwischen deutschem See im Winter und Urlaubstauchgang wechseln, bekommen mit dem XTX200 ein Set, das beide Szenarien ohne Kompromiss abdeckt.
Für wen eher nicht
Reine Warmwassertaucher, die nie unter 15 Grad tauchen, zahlen für eine Kaltwasser-Konstruktion, die sie nie brauchen. Hier ist ein leichterer Regler wie der Scubapro MK25/S620 die rationalere Wahl. Unser Fazit: klare Empfehlung für Kaltwassertaucher, ein ebenso klares „nicht nötig" für alle anderen.
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