
Shearwater Peregrine TX im Test: Lohnt die Luftintegration?
Die Shearwater Peregrine TX im Test: Wir prüfen, ob sich der Aufpreis für Luftintegration und Kompass gegenüber der Standard-Peregrine wirklich lohnt.
Oktober 2026

Die Mares Avanti Quattro + im Test: starker Vortrieb pro Kick, dafür mehr Kraftaufwand als bei schlanken Reiseflossen. Lohnt sich der Aufpreis?
Wie wir testen, steht in So testen wir Tauchausrüstung.
Du stehst vor der Flossenwahl und merkst schnell: Es gibt zwei Lager. Schlanke Reiseflossen, die sich leicht treten, aber bei Strömung wenig Reserven haben. Und kräftige Geräteflossen, die mehr Schub geben, aber auch mehr Bein verlangen.
Die Avanti Quattro + ist seit Jahrzehnten der Klassiker im zweiten Lager. Vier Kanäle im Blatt, ein Bungee-Band, eine stabile Fußtasche, nichts daran wirkt experimentell.
Im Test hat uns genau das überzeugt: pro Kick kommt spürbar mehr Vortrieb als bei schlanken Reiseflossen. Wer konditionell fit ist oder regelmäßig taucht, bekommt hier eine Flosse fürs Leben. Wer selten taucht oder schwache Beine hat, sollte die Kraftfrage vor dem Kauf ehrlich beantworten.
Wir haben die Avanti Quattro + über sechs Tauchgänge in Größe R getestet. Vier davon liefen im Freiwasser mit leichter bis moderater Strömung, zwei im ruhigen Baggersee. Jeder Tauchgang dauerte 40 bis 55 Minuten.
Bewertet wird nach einem festen Verfahren mit gewichteten Kriterien, darunter immer Preis-Leistung, jedes einzeln von 0 bis 100, damit Flossen untereinander vergleichbar bleiben.
In diesem Test zählen Vortrieb, Kraftaufwand, Passform & Handling und Preis-Leistung. Am stärksten wiegt hier der Kraftaufwand, weil er darüber entscheidet, ob ein untrainierter Taucher mit dieser Flosse überhaupt Freude hat oder nach zwei Tauchgängen frustriert ist.
Punkte gekostet hat das steife Blatt bei den beiden längsten Tauchgängen mit Gegenströmung, dort zogen die Waden nach rund 45 Minuten spürbar. Punkte eingebracht hat die Stabilität im Kick und die Verarbeitung der Fußtasche. Grundlage der Bewertung ist ausschließlich unser eigener Praxiseinsatz mit der Flosse sowie die Herstellerangaben zu Material und Maßen.
Die wichtigsten Maße und Materialien der Avanti Quattro + im Überblick.
| Gesamtlänge | 65 cm (Größe R, kräftige Blattlänge für viel Schub) |
|---|---|
| Gewicht pro Paar | ca. 2,1 kg (Größe R, spürbares Reisegewicht) |
| Blattmaterial | Tecralene-Technopolymer (hochflexibel, elastische Aufwölbung) |
| Fußtasche | Thermoplastisches Gummi (offen, für Neoprenschuhe ausgelegt) |
| Schnallensystem | Bungee-Band mit Fingerschlaufe (werkzeugfrei verstellbar) |
| Größen | S, R, XL (US 5 bis 13,5) |
| Farben | 9 Farbkombinationen |
| Auftrieb | Leicht negativ in Süßwasser (sinkt nicht ab, kein Auftrieb am Fuß) |
| Kanalanzahl | 4 Kanäle (Channel-Thrust-System mit Stabilisatoren) |
Das 4-Kanal-System ist der Kern der Avanti Quattro +. Vier Rillen im Blatt verformen sich beim Kick und lenken Wasser gezielt nach hinten.
Das Blatt besteht aus dem Technopolymer Tecralene, das sich beim Kickschlag elastisch aufwölbt und so die wirksame Blattfläche vergrößert. Genau dieses Prinzip erklärt, warum die Flosse mehr Vortrieb liefert als ein flaches, starres Blatt gleicher Größe.
Genau hier liefert die Avanti Quattro + ihr stärkstes Argument. Die vier Kanäle mit den seitlichen Stabilisatoren halten das Blatt im Kick ruhig, ohne dass die Spitze seitlich wegkippt.
Beim Flutter Kick spürten wir im Test einen deutlichen Schub pro Bewegung, bei dem jeder Tritt wie ein kleiner Antritt wirkt statt eines gleichmäßigen Schiebens. Beim Frog Kick bleibt das Blatt kontrolliert, die Stabilisatoren verhindern ein Flattern am Rand.
Eine weiche Split-Fin-Alternative wie die Cressi Light teilt den Wasserstrom in zwei Hälften. Sie braucht dafür spürbar weniger Kraft pro Kick.
Dafür fehlt ihr der knackige Antritt gegen Strömung, den die Avanti Quattro + liefert. Wer gegen Strömung manövrieren muss, bekommt mit dem 4-Kanal-System hier das verlässlichere Werkzeug.
Der Vortrieb hat seinen Preis, und den muss man vor dem Kauf ehrlich kalkulieren. Das Tecralene-Blatt ist bewusst steif ausgelegt, es braucht eine kräftige Wadenbewegung, damit sich die Kanäle richtig aufwölben.
Bei kurzen Tauchgängen fällt das kaum auf. Nach 40 bis 50 Minuten im Flutter Kick merkten wir im Test ein deutliches Ziehen in der Wade, besonders bei leichter Gegenströmung.
Für einen untrainierten oder selten tauchenden Nutzer ist das kein Nebensatz, sondern die zentrale Kaufentscheidung: Die Avanti Quattro + verlangt mehr Beinarbeit als die meisten Reiseflossen, und wer das nicht gewohnt ist, ermüdet hier spürbar schneller als mit einem weicheren Blatt.
Das Bungee-Band mit der Fingerschlaufe macht den Unterschied beim An- und Ausziehen. Ein Zug an der Schlaufe, und das Band gibt genug nach, um auch mit Neoprenschuh schnell hineinzurutschen.
Die Fußtasche sitzt eng und ohne Druckpunkte am Spann, solange die Größe passt. Zu groß gewählt, bleibt Wasser in der Tasche stehen, denn eine Drainage fehlt komplett.
Im Test lief kein Wasser merklich ab, das Gewicht am Fuß blieb über den ganzen Tauchgang spürbar konstant. Wer zwischen zwei Größen schwankt, sollte deshalb eher die kleinere wählen.
Tiefstpreis: 127,77 €Höchstpreis: 129,00 €Zeitraum 3 M
Historische Tagespreise · Quelle: Keepa · Aktueller Preis siehe Angebot oben · Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten
Mit 129,00 € liegt die Avanti Quattro + im mittleren Preissegment für Geräteflossen, spürbar über einfachen Einsteigerflossen ohne Kanalsystem.
Für den Aufpreis bekommst du ein Blatt, das über Jahre hält, eine Fußtasche, die kaum ausleiert, und ein Bungee-Band, das sich leicht austauschen lässt, wenn es irgendwann nachgibt.
Für Vielkicker, die mehrmals im Monat tauchen, rechnet sich der Aufpreis gegenüber einer einfachen Flosse schnell: weniger Kraftverlust pro Tauchgang bedeutet oft auch weniger Luftverbrauch. Wer nur einmal im Jahr im Urlaub taucht, zahlt hier für Leistung, die er kaum ausschöpft.
Wer weniger Kraftaufwand sucht oder einen anderen Fokus braucht, findet im Feld der Geräteflossen ein paar klare Ausweichrouten.
Produkt | Unterschied | Für wen |
|---|---|---|
Cressi Light | Weiches Split-Fin-Blatt, deutlich weniger Beinkraft nötig | Taucher mit schwächerer Beinmuskulatur oder Knieproblemen |
Scubapro Go Travel | Kurzes Blatt, sehr leicht, faltbar fürs Handgepäck | Vielreisende und Fotografen mit begrenztem Kofferplatz |
Apeks RK3 | Steifes, extrem robustes Blatt für Strömung und kaltes Wasser | Erfahrene Taucher mit viel Beinkraft und hartem Einsatzprofil |
Die Cressi Light nimmt dir mit ihrem geteilten Blatt fast die ganze Wadenbelastung ab, dafür fehlt der knackige Antritt der Avanti Quattro + gegen Strömung.
Die Scubapro Go Travel wiegt deutlich weniger und passt flach in den Koffer, liefert dafür auch spürbar weniger Schub pro Kick.
Die Apeks RK3 geht in die gleiche Richtung wie die Avanti Quattro +, nur noch eine Stufe härter und schwerer, für Taucher, die ohnehin schon austrainierte Beine mitbringen.
86/100: Die Avanti Quattro + bleibt ein Klassiker aus gutem Grund. Pro Kick liefert sie mehr Vortrieb als die meisten Reiseflossen, bleibt im Kick stabil und hält über Jahre.
Der Preis dafür ist Beinarbeit. Wer konditionell fit ist oder regelmäßig taucht, bekommt hier eine Flosse, die sich kaum abnutzt und ehrlich Leistung bringt.
Wer selten taucht, schwache Beine hat oder primär reisen will, sollte zu einer weicheren Flosse greifen und den Kraftaufwand nicht unterschätzen.
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