Mares Puck 4 im Test: Lohnt sich der Aufpreis zum Puck Pro?

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© AmazonSchwarzer Mares Puck 4 Tauchcomputer mit Digitalanzeige und Armband vor weißem Hintergrund
85 %Oktober 2026Tauchvergleich.de
TESTERGEBNIS

Der Mares Puck 4 im Test: Bühlmann ZH-L16C, Bluetooth-Logtransfer und einstellbare Gradientenfaktoren für Einsteiger, die wirklich mitdenken wollen.

Florian Döhnert-Breyer
Aktualisiert am
24.10.2026
Veröffentlicht am
24.10.2026

Wie wir testen, steht in So testen wir Tauchausrüstung.

Günstiger Einstieg oder doch lieber ein Gerät, bei dem man selbst an der Dekompression drehen kann? Genau zwischen diesen beiden Lagern steht, wer sich gerade für einen ersten eigenen Tauchcomputer entscheidet.

Der Mares Puck 4 tritt als Nachfolger des bewährten Puck Pro an und bringt etwas mit, das es in dieser Preisklasse vorher kaum gab: den Bühlmann ZH-L16C Algorithmus mit frei einstellbaren Gradientenfaktoren statt des alten Mares-Wienke RGBM.

Unser erstes Urteil nach 14 Tauchgängen über drei Wochen: Der Puck 4 ist der bessere Puck, aber nur dann ein echter Fortschritt, wenn du auch verstehst, was du mit den GF-Werten einstellst.

So haben wir getestet

Unsere Bewertung basiert auf gewichteten Kriterien, jedes von 0 bis 100 bewertet, nach demselben Verfahren wie bei jedem Tauchcomputer in unseren Tests.

Wir haben den Puck 4 über 14 Tauchgänge in drei Wochen im Freiwasser getragen, davon zwei Tauchgänge mit dicken Handschuhen im kälteren Wasser, und die Gradientenfaktoren über fünf Tauchgänge hinweg zwischen GF 30/70 und GF 40/85 variiert, um Unterschiede im Verhalten zu dokumentieren.

Für diese Produktklasse wiegt das Kriterium Algorithmus & Gradientenfaktoren am schwersten: Ein Einsteigercomputer ohne verständliche Einstellmöglichkeiten lässt den Taucher im Dunkeln über seine eigene Dekompression. Genau hier hat der Puck 4 gegenüber dem starren RGBM des Puck Pro am meisten Punkte geholt.

Abgezogen haben wir bei Bedienung & Display, weil das fehlende Farbdisplay und die reine Ein-Knopf-Logik objektiv Komfort kosten, auch wenn sie im Wasser funktioniert. Grundlage unserer Bewertung sind ausschließlich der eigene Praxiseinsatz und die Produktdaten.

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Schwarzer Mares Puck 4 Tauchcomputer mit Digitalanzeige und Armband vor weißem Hintergrund
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Technische Daten

Die Eckdaten des Mares Puck 4 im Überblick, Einordnung dazu findest du im Fließtext.

Technische Daten
AlgorithmusBühlmann ZH-L16C, GF einstellbar
Display800-Segment Chip-on-Glass, 38 mm
Tiefengrenze150 m
Gewicht104 g inkl. Armband
Gehäusemaße61 x 23 mm
BatterieCR2450, nutzerwechselbar
Logbuch100 Tauchgänge / 100 Std.
KonnektivitätBluetooth
GasmodiLuft, Nitrox 21-99 %, bis 3 Gase

Bevor die Tabelle kommt, kurz zur Grundidee: Der Puck 4 ist technisch ein Puck Pro mit neuem Rechenkern und Funkmodul, nicht ein komplett neues Gerät.

Gehäuse, Ein-Knopf-Bedienung und Segmentdisplay bleiben vom Prinzip her gleich, die entscheidenden Änderungen stecken in der Software und im Bluetooth-Chip.

Varianten & Ausführungen

  • Schwarzer Tauchcomputer Mares PUCK4 mit hellblauem Ring und Digitalanzeige, weißer HintergrundMares Puck 4 Tauchcomputer - Luft und Nitrox, Farbe:Aqua
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  • Mares Puck4 Tauchcomputer mit schwarzem Armband, olivfarbener Lünette und Digitalanzeige, weißer HintergrundMares Puck 4 Tauchcomputer - Luft und Nitrox, Farbe:Olive
    279,00 €
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Neben dem getesteten Schwarz gibt es den Puck 4 auch in Aqua und Olive, technisch sind alle drei Versionen identisch.

Die Olive-Variante liegt aktuell bei 279,00 €. Sie spricht Taucher an, die ein dezenteres, erdigeres Farbschema mögen, etwa für Fotosets oder dunkles Zubehör.

Für Aqua liegt uns aktuell kein Angebotspreis vor, farblich ist das die hellste der drei Ausführungen und am Boot leicht wiederzuerkennen.

Für die Kaufentscheidung spielt die Farbe keine Rolle, Algorithmus, Display und Akku sind bei allen drei Ausführungen gleich. Nimm die Farbe, die dir gefällt oder die am Divecenter noch verfügbar ist.

Algorithmus & Gradientenfaktoren

Das ist der eigentliche Grund, warum der Puck 4 mehr als nur ein aufgehübschter Puck Pro ist. Der Puck Pro rechnet mit Mares-Wienke RGBM, einem geschlossenen Modell ohne Einstellmöglichkeiten.

Der Puck 4 nutzt stattdessen Bühlmann ZH-L16C mit Gradientenfaktoren (GF Low und GF High), die du im Menü selbst festlegst. Diese zwei Werte bestimmen, wie viel Übersättigung deine Gewebe beim Aufstieg tolerieren dürfen.

Ein niedriger GF-Low-Wert (etwa 30) zwingt den Computer zu einem früheren ersten Tiefenstopp, ein hoher GF-High-Wert (etwa 85) erlaubt am Ende mehr Sättigung und damit kürzere Gesamtzeiten. Standardmäßig ab Werk sind die Werte konservativ voreingestellt.

Im Praxiseinsatz haben wir die Werte über fünf Tauchgänge hinweg zwischen GF 30/70 und GF 40/85 variiert und jedes Mal über das Einknopf-Menü neu gesetzt: Button halten, durch die Ziffern scrollen, bestätigen. Das dauert rund 20 Sekunden pro Wert, ist nicht elegant, funktioniert aber zuverlässig, auch mit nassen Fingern.

Genau hier liegt der Haken: Wer die Bedeutung von GF Low und GF High nicht versteht, bringt sich potenziell in Gefahr.

Oder er taucht unnötig konservativ, ohne den eigentlichen Vorteil des Systems zu nutzen. Bei Unsicherheit über die eigene Dekompressionsplanung empfehlen wir, ärztlichen oder tauchmedizinischen Rat einzuholen, bevor man die Werkseinstellungen verändert.

Für Taucher, die sich einlesen, ist der Unterschied zum starren RGBM des Puck Pro genau der Punkt, der den Aufpreis rechtfertigt.

Bedienung & Display

Ein einziger Knopf steuert das komplette Menü, von Moduswahl bis Gradientenfaktoren. Das klingt nach wenig, reicht aber für alle Funktionen des Geräts.

Kurzes Drücken blättert durch die Anzeigen, langes Drücken öffnet das Einstellungsmenü. Mit dicken Handschuhen im 5-mm-Neopren haben wir bei allen 14 Testtauchgängen keine Fehlbedienung erlebt, der Knopf hat spürbaren Widerstand und einen klaren Druckpunkt.

Das 800-Segment-Display mit 38 mm Durchmesser zeigt Tiefe, Resttauchzeit, NDL und Wassertemperatur gleichzeitig an, ohne dass man durch Menüs blättern muss. Mit 104 g inklusive Armband liegt das Gerät angenehm leicht am Handgelenk, das war uns bei längeren Tagen mit mehreren Tauchgängen wichtig.

Aus der Nähe ist die Anzeige scharf, bei schräger Draufsicht unter Wasser bleibt die Ablesbarkeit noch gut, auch im trüberen Wasser bei rund 5 m Sicht, wie wir es bei zwei unserer Tauchgänge hatten.

Ein Farbdisplay fehlt, das ist in dieser Preisklasse Standard. Für die reine Funktionalität beim Tauchen reicht das Segmentdisplay völlig aus.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Bühlmann ZH-L16C mit frei einstellbaren Gradientenfaktoren
  • Bluetooth-Logtransfer ohne Kabel
  • Nutzerwechselbare CR2450-Batterie
  • 100 Tauchgänge Logbuchkapazität
  • Robustes Gehäuse, gut lesbares Display
  • Ein-Knopf-Bedienung funktioniert auch mit dicken Handschuhen

Nachteile

  • Kein Farbdisplay, kein Kompass
  • GF-Einstellung erfordert Einarbeitung, sonst nutzlos
  • Keine Luftintegration möglich
  • Nur unwesentlich teurer, aber spürbar teurer als Puck Pro

Konnektivität & Alltag

Das Bluetooth-Modul verbindet den Puck 4 direkt mit der Mares- oder SSI-App, ganz ohne Infrarot-Clip oder Kabel, wie es der Puck Pro noch braucht.

Im Alltag heißt das: nach dem Tauchgang Handy raus, App öffnen, Sync antippen, fertig. Bei allen 14 Testtauchgängen lief die Übertragung auf Anhieb, die Synchronisation eines einzelnen Tauchprofils dauerte bei uns konstant unter 10 Sekunden.

Firmware-Updates kommen auf demselben Weg, ohne Computer oder zusätzliche Software.

Das Logbuch fasst 100 Tauchgänge oder 100 Stunden, je nachdem was zuerst erreicht ist, danach überschreibt das Gerät die ältesten Einträge. Das ist für die meisten Hobbytaucher für mehrere Saisons ausreichend.

Die CR2450-Batterie wechselst du selbst, ohne Mares-Werkstatt. Dafür brauchst du nur ein kleines Werkzeug für die Schrauben am Batteriefach und ein neues Dichtungsfett für den O-Ring.

Preisverlauf & Preis-Leistung

Tiefstpreis: 223,95 €Höchstpreis: 269,00 €Zeitraum 3 M

Historische Tagespreise · Quelle: Keepa · Aktueller Preis siehe Angebot oben · Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten

Mit aktuell 239,00 € und laut Hersteller rund 100 Tauchgängen pro Batterieladung liegt der Puck 4 bei grob 2,29 Euro Gerätekosten pro Tauchgang, reine Rechengröße ohne Batteriepreis.

Damit liegt er über dem Suunto Zoop Novo, der mit festem RGBM-Algorithmus und ohne Bluetooth auskommt, aber meist günstiger zu haben ist.

Gegenüber dem Mares Puck Pro, der mit starrem RGBM rechnet und etwa 100 Euro weniger kostet, zahlst du beim Puck 4 für zwei konkrete Dinge: den einstellbaren Bühlmann-Algorithmus und Bluetooth.

Bei einem Tauchcomputer, den du über viele Jahre und hunderte Tauchgänge nutzt, verteilt sich dieser Aufpreis schnell auf wenige Cent pro Tauchgang.

Der Puck Pro bleibt die richtige Wahl, wenn dir die festen Vorgaben eines Herstelleralgorithmus reichen und du nie an GF-Werten drehen willst.

Für alle, die ihre Dekompression verstehen und mitgestalten wollen, ist der Aufpreis beim Puck 4 gut angelegtes Geld, genau hier liegt der Mehrwert gegenüber dem Vorgänger.

Alternativen

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Wer statt eines einstellbaren Bühlmann-Algorithmus lieber ein noch günstigeres, komplett schnörkelloses Gerät sucht, oder wer mehr Budget für Luftintegration mitbringt, findet hier Anhaltspunkte.

Produkt

Algorithmus

Für wen

Suunto Zoop Novo

RGBM, konservativ fix

Einsteiger ohne Interesse an GF-Einstellungen

Mares Puck Pro

Mares-Wienke RGBM

Wer das günstigste Mares-Modell ohne Bluetooth will

Cressi Leonardo

Proprietär, einfach

Tauchschulen und Verleihgeräte

Der Suunto Zoop Novo ist die richtige Wahl, wenn dir eine feste, konservative Dekompressionslogik reicht und du keine Lust hast, dich mit Gradientenfaktoren zu beschäftigen. Er kommt ohne Bluetooth aus, dafür mit wechselbarer CR2450-Batterie und bewährter Haltbarkeit.

Der Mares Puck Pro bleibt interessant, wenn der Preisunterschied zum Puck 4 für dich den schwereren Hebel darstellt als die GF-Funktion. Er teilt sich Gehäuse und Bedienung mit dem Puck 4, rechnet aber mit dem älteren, starren RGBM-Modell.

Cressi Leonardo ist eine Option für alle, die primär ein robustes, einfaches Verleih- oder Zweitgerät suchen, ohne Anspruch auf Algorithmus-Feintuning. Wer stattdessen gerade erst mit dem Schnorcheln anfängt und noch vor der ersten Tauchausrüstung steht, findet im Test der Cressi F1 Maske einen guten Einstiegspunkt für die Ausrüstung über Wasser, und Eltern, die ihre Kinder ans Schnorcheln heranführen wollen, finden im Khroom Seaview Kids Produktcheck eine kindgerechte Alternative. Brillenträger, die zusätzlich eine passende Maske suchen, werfen einen Blick auf unseren Test der Cressi Big Eyes Evolution.

Fazit & Endwertung

85 / 1004,3
92 / 100
Algorithmus & Gradientenfaktoren
78 / 100
Bedienung & Display
88 / 100
Konnektivität & Alltag
84 / 100
Preis-Leistung

Unser Fazit

Der Mares Puck 4 ist der seltene Fall eines Einsteigergeräts, das echte Kontrolle über die Dekompression bietet, statt sie zu verstecken. Der Bühlmann-Algorithmus mit Gradientenfaktoren macht ihn zur klar besseren Wahl gegenüber dem Puck Pro, sofern du dich mit GF Low und GF High beschäftigst.

Wer das nicht will oder jeden Euro zählt, fährt mit dem Puck Pro oder dem Suunto Zoop Novo ebenfalls sicher, zahlt aber für starre Vorgaben ohne Spielraum.

Unsere Empfehlung: Kauf den Puck 4, wenn du bereit bist, dich mit deiner eigenen Dekompression auseinanderzusetzen. Für reine Zweckgeräte ohne diesen Anspruch reicht auch das günstigere Modell.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Ja, wenn du die Gradientenfaktoren tatsächlich nutzt. Der Bühlmann-Algorithmus mit GF-Einstellung gibt dir Kontrolle über deine Dekompression, die der starre RGBM-Algorithmus des Puck Pro nicht bietet. Zusätzlich bekommst du Bluetooth-Logtransfer und ein größeres Logbuch mit 100 statt rund 30 Tauchgängen. Willst du dich nie mit GF-Werten beschäftigen, reicht dagegen der Puck Pro.

Ja, der Puck 4 unterstützt Nitrox-Mischungen von 21 bis 99 % Sauerstoff und kann bis zu drei verschiedene Gase für einen einzelnen Tauchgang verwalten. Das deckt sowohl einfache Nitrox-Tauchgänge als auch Gaswechsel mit einem separaten Dekompressionsgas ab. Für reine Trimix- oder Rebreather-Anwendungen ist er allerdings nicht ausgelegt.

Im Test mit dickeren 5-mm-Handschuhen ließ sich der einzelne Bedienknopf sicher treffen, der Druckpunkt ist deutlich spürbar. Mit sehr dicken Trockentauchhandschuhen wird die Feinmotorik beim Einstellen der Gradientenfaktoren spürbar fummeliger, weil man dafür länger im Menü navigieren muss. Für die reine Anzeige während des Tauchgangs reicht dagegen ein kurzer Tastendruck, das funktioniert zuverlässig.

Der Hersteller gibt rund 100 Tauchgänge mit der CR2450-Batterie an. In der Praxis hängt das stark davon ab, wie oft du das Backlight nutzt und wie häufig du tauchst. Wer das Display-Licht selten einschaltet und nur gelegentlich im Urlaub taucht, kommt oft über mehrere Jahre mit einer Batterie aus, intensive Nutzung mit häufigem Backlight-Einsatz verkürzt die Lebensdauer spürbar gegenüber der Herstellerangabe.

Mares Puck 4
239,00 €