Garmin Descent G2 im Test: Tauchcomputer und Sportuhr in einem?

649,97 €
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© AmazonSchwarze Garmin Descent G2 Smartwatch mit Silikonarmband, Schrägansicht vor weißem Hintergrund
83 %Oktober 2026Tauchvergleich.de
TESTERGEBNIS

Garmin Descent G2 im Test: Wir prüfen AMOLED-Display und Akkulaufzeit und sagen, ob der Doppelnutzen aus Tauchcomputer und Sportuhr sich wirklich lohnt.

Florian Döhnert-Breyer
Aktualisiert am
18.10.2026
Veröffentlicht am
18.10.2026

Wie wir testen, steht in So testen wir Tauchausrüstung.

Wer sich vor dem ersten eigenen Tauchcomputer durch die Foren liest, stößt immer wieder auf dieselbe Frage: Brauche ich eine reine Tauchuhr, oder reicht mir eine Smartwatch mit Tauchfunktion? Der Garmin Descent G2 tritt an, um diese Entscheidung überflüssig zu machen.

Er positioniert sich zwischen dem günstigeren Descent G1 und der deutlich teureren Mk3i, als Gerät, das Dekompression genauso ernst nimmt wie Schrittzähler und Schlafphasen. Im Descent-Lineup ist er damit klar der Allrounder, nicht die Referenz für Technik-Taucher.

Unser erstes Urteil nach mehreren Wochen mit der Uhr: Der Doppelnutzen funktioniert erstaunlich gut. Er hat aber einen Preis, und der heißt Akkulaufzeit. Wer das nicht akzeptieren kann, sollte zur G1 Solar oder zur Mk3i greifen.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • AMOLED-Display klar lesbar unter Wasser und in der Sonne
  • Vollwertiger Dekocomputer mit Trimix und CCR
  • Über 100 Sportprofile für den Alltag
  • Dive-Readiness-Score als sinnvolle Zusatzinfo
  • Leichtes, alltagstaugliches Gehäuse aus Recyclingplastik

Nachteile

  • Nur 10 Tage Akkulaufzeit im Smartwatch-Modus
  • Keine Solar-Option mehr wie bei der G1 Solar
  • Keine Luftintegration per Sender möglich
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Schwarze Garmin Descent G2 Smartwatch mit Silikonarmband, Schrägansicht vor weißem Hintergrund
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Produktdaten

Die wichtigsten Messwerte und Herstellerangaben im Überblick.

Produktdaten
Display1,2 Zoll AMOLED (sehr klares Bild)
Auflösung390 x 390 Pixel
Maße45,5 x 45,5 x 15,2 mm
Gewicht61 g (65 g mit Band)
Max. Tauchtiefe100 m (EN13319)
Wasserdichtigkeit10 ATM
DekomodellBühlmann ZHL-16c
GehäusematerialRecyceltes Ozeanplastik
LinseSaphirglas
Speicher4 GB intern

Der G2 baut auf der Instinct-3-Plattform auf, die erst wenige Wochen vorher erschien. Gehäuse, Display und Pulssensor sind identisch zur Instinct 3 AMOLED.

Auf diese Basis setzt Garmin den kompletten Descent-Stack obendrauf: Tiefensensor, Bühlmann-ZHL-16c-Algorithmus, EN13319-Zertifizierung bis 100 Meter und die Anbindung an die Garmin-Dive-App. Die Smartwatch-Hardware ist also geliehen, die Taucherfahrung ist eigenständig entwickelt.

Tauchfunktionen

Unter Wasser ist der G2 ein vollwertiger Tauchcomputer. Er rechnet mit dem Bühlmann-ZHL-16c-Algorithmus mit einstellbaren Gradientenfaktoren.

Unterstützt werden Single-Gas, Multi-Gas, Trimix, CCR, Gauge und Apnoe. Bis zu elf Gasmischungen lassen sich hinterlegen, Sauerstoffanteile bis 100 Prozent einstellen. Das reicht für komplexe Dekompressionstauchgänge, nicht nur für den Anfängerkurs.

Neu gegenüber der G1 ist der Dive-Readiness-Score. Er bewertet auf einer Skala von 1 bis 100, wie bereit der Körper für einen Tauchgang ist.

Grundlage dafür sind Schlaf, Body Battery und Stresswerte der letzten Tage. Das ist eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt aber nie die eigene Einschätzung vor dem Einstieg ins Wasser.

Was fehlt, ist Luftintegration per Sender. Der G2 unterstützt keine Descent T1- oder T2-Transceiver, anders als die größere Garmin Descent Mk3i. Wer den Tankdruck drahtlos am Handgelenk sehen will, muss zur Mk-Serie greifen, das ist die klare Grenze nach oben im Lineup.

Display & Bedienung

Der Wechsel von der monochromen MIP-Anzeige der G1 zum 1,2-Zoll-AMOLED ist der größte sichtbare Sprung dieser Generation. Unter Wasser bei 30 Metern mit wenig Umgebungslicht bleibt das Bild bei unserem Test klar lesbar, ohne zu blenden.

An der Oberfläche bei direkter Sonneneinstrahlung hält das Display ebenfalls mit. Das ist bei älteren AMOLED-Panels nicht selbstverständlich. Das Saphirglas schützt zusätzlich vor Kratzern durch Riffkontakt oder Flaschenventile.

Der Touchscreen funktioniert auch nass und mit dünnen Neoprenhandschuhen, reagiert aber spürbar unpräziser als an Land. Für die wichtigen Funktionen wie Dekostopp bestätigen oder Gas wechseln sind deshalb weiterhin die fünf induktiven Tasten die zuverlässigere Wahl, gerade bei Kälte im technischen Einsatz.

Alltagstauglichkeit als Sportuhr

Abseits vom Tauchen ist der G2 in erster Linie eine waschechte Garmin-Sportuhr. Über 100 Sportprofile decken fast alles ab, die G1 kam nur auf 30.

Schlafanalyse, HRV-Status und der Morning Report mit Tagesüberblick laufen wie bei anderen aktuellen Garmin-Modellen. Für Taucher, die unter der Woche auch laufen oder schwimmen, ist das ein echter Mehrwert gegenüber einem reinen Tauchcomputer.

Garmin Pay ist bei allen Farbvarianten dabei, nicht nur bei einem teureren Sondermodell wie noch bei der G1. Im Alltag bedeutet das: Kaffee nach dem Tauchgang zahlen, ohne Handy dabei zu haben.

Mit 61 Gramm trägt sich die Uhr dabei spürbar leichter als die großen Mk3i-Modelle.

Akkulaufzeit

Hier zeigt sich, wofür die G2 ihren Doppelnutzen bezahlt. Im Dive-Modus gibt Garmin bis zu 27 Stunden an, das liegt sogar leicht über den 25 Stunden der alten G1.

Grund dafür dürfte sein, dass das Display während eines Tauchgangs ohnehin selten aktiv leuchtet. Im Smartwatch-Alltag kippt das Bild deutlich.

Garmin nennt bis zu 10 Tage bei Handgelenk-Geste, mit dauerhaft aktivem Display sogar nur 4 Tage. Die G1 kam im gleichen Modus auf bis zu 21 Tage, mehr als doppelt so lange.

Noch deutlicher wird der Unterschied beim Vergleich mit der G1 Solar: Mit Sonnenlicht hält sie laut Garmin bis zu 124 Tage im Smartwatch-Modus. Im Batteriesparmodus läuft sie sogar unbegrenzt weiter. Eine Solar-Version der G2 gibt es nicht, der Umstieg auf AMOLED hat diese Option gekostet.

Für einen Taucher, der die Uhr auch unter der Woche als Alltagsuhr trägt, heißt das: Laden alle paar Tage statt alle paar Wochen. Genau das ist der Punkt, an dem der Doppelnutzen kippt, wer maximale Laufzeit will, kauft die falsche Uhr.

Mit 649,97 € liegt der G2 spürbar über der G1 und deutlich unter der Mk3i, die bei rund 1.200 US-Dollar startet. Für den Aufpreis gegenüber der reinen Instinct-3-Plattform bekommt man den kompletten Tauchcomputer-Stack.

Dazu gehören Tiefensensor, Dekomodell, EN13319-Zertifizierung und Dive-Readiness. Gegen die Mk3i-Preisklasse gerechnet ist das ein fairer Deal.

Wer auf Luftintegration und die größere 200-Meter-Tiefenfreigabe verzichten kann, spart mehrere hundert Euro und bekommt fast dieselbe Tauchsoftware.

Ob der aktuelle Preis gerechtfertigt ist, hängt an genau einer Frage: Wie wichtig ist dir Solar? Wer die fehlende Solar-Option gegenüber der G1 Solar verschmerzen kann, bekommt hier ein stimmiges Gesamtpaket.

Preis-Leistung

Tiefstpreis: 645,90 €Höchstpreis: 649,99 €Zeitraum 3 M

Historische Tagespreise · Quelle: Keepa · Aktueller Preis siehe Angebot oben · Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten

Testmethodik

Unsere Bewertung basiert auf einem festen Verfahren mit gewichteten Kriterien, Preis-Leistung ist dabei immer eines davon, jedes einzeln auf einer Skala von 0 bis 100, damit sich die Note über verschiedene Tauchcomputer hinweg vergleichen lässt.

Für diesen Test haben wir die G2 über mehrere Wochen im Alltag getragen und bei mehreren Tauchgängen bis in den Freizeitbereich eingesetzt, dazu kommen die Herstellerangaben aus dem Garmin-Datenblatt zu Akku, Tiefe und Dekomodell. Bewertet wurden Tauchfunktionen, Display & Bedienung, Alltagstauglichkeit, Akkulaufzeit und Preis-Leistung.

Am stärksten wiegt für diese Produktklasse die Akkulaufzeit. Ein Gerät, das als tägliche Uhr und Tauchcomputer verkauft wird, muss beides ohne ständiges Laden schaffen können.

Genau hier hat der Wegfall der Solar-Option gegenüber der G1 Solar am meisten Punkte gekostet. Das AMOLED-Display und die Tauchfunktionen haben die Note dagegen nach oben gezogen.

Alternativen

  • Schwarzer Suunto Tauchcomputer mit Digitalanzeige und Armband, Schrägansicht vor weißem HintergrundSuunto Zoop Novo Handgelenk-Tauchcomputer schwarz ohne USB
  • Transparente Tauchmaske mit Einglasscheibe, Frontansicht, weißer Hintergrund, gelber Störer "Patented productCressi Schnorchelmaske F1, durchsichtig, Maske | Einzellinse aus gehärtetem Glas, beschlagfrei, mikrometrische Schnallen, rahmenloses Design, Taucherbrille, Schnorchel
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    Stand:

Wer über den G2 nachdenkt, sollte auch diese Richtungen kennen, je nachdem, welcher Kompromiss wichtiger ist als der Doppelnutzen.

Produkt

Unterschied

Für wen

Suunto Nautic

Air Integration möglich, eigenes Ökosystem

Wer Doppelnutzen will, aber Tankdruck am Handgelenk braucht

Garmin Descent Mk3i

200 m Tiefenfreigabe, Luftintegration, längere Laufzeit

Wer das Budget für die Premium-Klasse hat

Suunto Zoop Novo

Reiner Tauchcomputer ohne Smartwatch-Anspruch

Wer nur tauchen will und keine Alltagsuhr braucht

Der Suunto Nautic ist die direkteste Alternative zum G2, weil er dieselbe Doppelrolle aus Tauchcomputer und Sportuhr verfolgt, aber eine Luftintegration anbietet, die der G2 nicht hat. Wer genau diesen einen Punkt vermisst, findet hier die logische Ausweichoption.

Die Garmin Descent Mk3i löst das Laufzeit-Problem der G2 direkt an der Wurzel: größere Batterie, 200 statt 100 Meter Tiefenfreigabe und die Möglichkeit, einen Descent T2-Sender für Luftintegration nachzurüsten. Dafür zahlt man einen deutlich höheren Preis.

Der Suunto Zoop Novo geht den entgegengesetzten Weg: kein Touchscreen, keine Sportprofile, dafür eine wechselbare Batterie und ein einfacher, robuster Dekocomputer für alle, die am Handgelenk gar keine Smartwatch wollen. Unseren ausführlichen Test findest du im Artikel Suunto Zoop Novo im Test.

Auch bei der Maske lohnt sich ein genauer Blick, bevor der nächste Urlaub ansteht: Unser Test der Cressi F1 zeigt, worauf es bei einer Frameless-Maske fürs Tauchen ankommt, und wer eine Sehschwäche hat, findet im Test der Cressi Big Eyes Evolution die passende Lösung für Brillenträger.

Fazit & Wertung

83 / 1004,2
87 / 100
Tauchfunktionen
90 / 100
Display & Bedienung
85 / 100
Alltagstauglichkeit als Sportuhr
68 / 100
Akkulaufzeit
82 / 100
Preis-Leistung

Der Garmin Descent G2 ist die richtige Wahl für Taucher, die eine einzige Uhr für Tauchgang und Alltag wollen und dafür bereit sind, öfter ans Ladekabel zu gehen. Tauchfunktionen und Display gehören zum Besten, was man in dieser Preisklasse bekommt.

Wer stattdessen maximale Laufzeit priorisiert, etwa auf Tauchsafaris ohne tägliche Steckdose, ist mit der Descent G1 Solar oder bei Bedarf an Luftintegration mit der Mk3i besser bedient.

Als Allrounder mit klarem Kompromiss bei der Akkulaufzeit verdient sich die G2 ein gutes, aber kein überragendes Ergebnis.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Die G1 bleibt die bessere Wahl für alle, denen Akkulaufzeit wichtiger ist als Displayqualität, besonders in der Solar-Version mit bis zu 124 Tagen Laufzeit im Smartwatch-Modus. Wer mit dem monochromen MIP-Display und nur 30 Sportprofilen leben kann, spart zudem spürbar beim Preis gegenüber der G2.

Die optische Handgelenksmessung liefert unter Wasser keine verlässlichen Werte, das gilt für praktisch jede optische Pulsmessung am Handgelenk. Für genaue Herzfrequenzdaten beim Tauchen lässt sich die G2 mit einem kompatiblen Brustgurt wie dem Garmin HRM-Swim koppeln, der laut Hersteller bis 40 Meter Tiefe funktioniert.

Nein, die G2 unterstützt die Descent T1- und T2-Transceiver von Garmin nicht, mit denen die Mk3i-Serie Tankdruck drahtlos anzeigt. Diese Funktion ist fest an die teurere Mk-Baureihe gebunden und lässt sich bei der G2 auch nicht nachträglich per Software freischalten.

Der interne Speicher fasst laut Hersteller bis zu 200 Tauchgänge direkt auf der Uhr, inklusive Disziplin, Buddy-Namen, Tauchplatz, Notizen und Fotos über die Garmin-Dive-App. Bei den insgesamt 4 GB internem Speicher ist damit auch für intensive Tauchsaisons ausreichend Puffer vorhanden, bevor ein Sync nötig wird.

Garmin Descent G2
649,97 €