Shearwater Peregrine im Test: Reicht der Einsteiger-Bildschirm?

599,99 €
Stand:
© AmazonZwei schwarz-blaue Tauchcomputer Shearwater Peregrine mit Farbdisplays und Armbändern vor weißem Hintergrund
86 %Oktober 2026Tauchvergleich.de
TESTERGEBNIS

Der Shearwater Peregrine im Test: 2,2-Zoll-Farbdisplay, 30 Stunden Akku, 599,99 Euro. Lohnt sich der Grid-Liebling ohne Luftintegration und Kompass?

Kirill Seregin
Testbericht von
Aktualisiert am
18.10.2026
Veröffentlicht am
18.10.2026

Wie wir testen, steht in So testen wir Tauchausrüstung.

Wer sich den ersten eigenen Tauchcomputer kauft, steht vor einem Dilemma: großer, gut ablesbarer Bildschirm oder lieber gleich Luftintegration, bevor man nachrüsten muss? Genau an dieser Stelle taucht in jedem Forum und jedem Gear-Thread derselbe Name auf.

Der Shearwater Peregrine ist so etwas wie der Reddit-Konsens für den ersten Premium-Tauchcomputer. Er positioniert sich bewusst unterhalb der Shearwater-Flaggschiffe Perdix und Teric, mit demselben großen Farbdisplay, aber ohne Technik-Schnickschnack.

Unser Testurteil vorweg: Der Peregrine verdient seinen Ruf beim Bildschirm zu Recht. Wem beim Kauf schon klar ist, dass ihm bestimmte Funktionen fehlen werden, sollte aber gleich zur Peregrine TX greifen statt später nachzurüsten.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Sehr großes, bei Trübung gut lesbares 2,2-Zoll-Farbdisplay
  • Einfache Zwei-Tasten-Bedienung, auch mit dicken Handschuhen
  • Spürbarer Vibrationsalarm durch Neopren und Trockenanzug
  • Bühlmann ZHL-16C mit Gradientenfaktoren, kein Zwangs-Lockout
  • Zwei Jahre Herstellergarantie, weltweit gültig

Nachteile

  • Keine Luftintegration und kein Kompass, auch nicht nachrüstbar
  • Kabelloses Ladedock sitzt beim Transport nicht fest genug
  • Zu groß und klobig für tägliches Tragen als Uhr
© Amazon
Zwei schwarz-blaue Tauchcomputer Shearwater Peregrine mit Farbdisplays und Armbändern vor weißem Hintergrund
1 / 8
Bild 1 von 8

Produktdaten

Die Werte stammen von Shearwaters offiziellem Datenblatt und aus unserem eigenen Test.

Produktdaten
Bildschirm2,2 Zoll Farb-LCD (320 x 240 px)
Tiefenrating120 m
Gewicht122 g
Akkukapazität3,4 Wh
AkkulaufzeitBis zu 30 Std. (Hersteller)
TauchmodiAir, Nitrox, 3-Gas-Nitrox, Gauge
KonnektivitätBluetooth
Logbuch-Speicher200 Std. / 96 Tauchgänge
AlgorithmusBühlmann ZHL-16C
Garantie2 Jahre weltweit

Der Peregrine ist Shearwaters Versuch, die Technik der teureren Modelle Perdix und Teric in ein einfacheres Gehäuse zu packen. Gerechnet wird mit dem Bühlmann-ZHL-16C-Algorithmus plus Gradientenfaktoren, ohne Zwangsstopps bei Planabweichung.

Die Grundidee: großer Bildschirm und simple Zwei-Tasten-Bedienung für Sporttaucher. Zwei Funktionen fehlen bewusst, dazu gleich mehr im Abschnitt Preis-Leistung.

Handling

Zwei Tasten, mehr braucht der Peregrine nicht. Links wechselt man durch Menüs, rechts bestätigt. Das Display zeigt dabei immer an, welche Taste gerade was tut, Edit, Next und Save stehen direkt neben dem passenden Button.

Mit 5-mm-Neopren-Handschuhen ließen sich beide Tasten über sechs Tauchgänge hinweg ohne einen einzigen Fehlgriff bedienen. Die Tasten sitzen weit genug auseinander, ein Vorteil gegenüber kleineren Watch-Style-Computern mit engerer Tastenanordnung.

Die Menüführung ist kontextsensitiv aufgebaut. Will man in den Multi-Gas-Modus wechseln, muss man das aktiv bestätigen, ein Versehen ist kaum möglich.

Für den ersten eigenen Computer ist das genau die Fehlertoleranz, die Einsteiger brauchen. Gegenüber dem Suunto Zoop Novo mit seiner wechselbaren CR2450-Batterie wirkt die Menüstruktur des Peregrine deutlich moderner.

Ablesbarkeit

Genau hier liegt der eigentliche Grund für den Ruf des Peregrine. Wir haben das 2,2-Zoll-Display in einem Baggersee mit Sichtweiten um 1,5 bis 2 Meter gegen zwei watch-style Computer mit 1,3-Zoll-AMOLED-Bildschirmen getestet, über drei Tauchgänge je Gerät.

Das Ergebnis war eindeutig: Die NDL-Anzeige und die Tiefenwerte blieben auf dem Peregrine aus Armlänge Abstand klar lesbar. Bei den kleineren Displays mussten wir den Arm jedes Mal näher heranführen, um dieselben Werte sicher zu erkennen.

Der Grund ist simpel: mehr Fläche bedeutet größere Ziffern bei gleicher Informationsdichte. Die Displayfarben teilen das Bild in klar getrennte Felder, Tiefe und Zeit oben, Gasmix unten, Dekompressionsinfo mittig.

Diese Aufteilung bleibt auch bei wenig Umgebungslicht übersichtlich, die automatische Hintergrundbeleuchtung regelt dabei zuverlässig nach.

Vibrationsalarm im Neopren

Den Vibrationsalarm haben wir sowohl im 7-mm-Nassanzug als auch im 4-mm-Trockenanzug-Ärmel getragen, jeweils bei einer simulierten Dekopflicht. In beiden Fällen war die Vibration deutlich spürbar.

Sie ist kombiniert mit einem Signalton, der bis zur Bestätigung per Tastendruck anhält. Für Fotografen oder Taucher, die stark auf eine Aufgabe fokussiert sind, ist das der verlässlichste Weg, eine Dekompressionspflicht nicht zu verpassen.

Akkulaufzeit

Shearwater gibt bis zu 30 Stunden bei mittlerer Displayhelligkeit an. In unserem Test mit sechs Tauchgängen über eine Woche, durchschnittlich 45 Minuten pro Tauchgang bei automatischer Helligkeitsregelung, reichte eine Vollladung für die gesamte Woche inklusive mehrfacher Logbuch-Abrufe zwischendurch.

Das ergibt bei rund 4,5 Stunden Gesamttauchzeit eine Akkulaufzeit, die wir nach dieser Woche auf etwa 15 Euro Anschaffungswert pro Diensttag Reisezeit herunterrechnen, wenn man die 599,99 Euro auf eine zweiwöchige Tauchreise mit täglicher Nutzung verteilt.

Die Standby-Entladung zwischen den Tauchgängen war gering. Nach drei Tagen ohne Nutzung zeigte die Akkuanzeige kaum einen merkbaren Rückgang.

Wireless-Lademechanik als Schwachstelle

Hier liegt der einzige echte Konstruktionsmangel im gesamten Test. Das Ladedock hält den Peregrine nur über Magnetkraft in Position, ohne spürbaren Klick oder Arretierung.

Auf der Bootsfahrt zum Tauchplatz, mit Vibrationen durch den Motor, rutschte der Computer bei zwei von drei Überfahrten spürbar aus der Ladeposition. Wer das Dock auf Reisen verliert, hat ein Problem: Ohne das mitgelieferte Zubehör lässt sich der Peregrine nicht ohne weiteres nachladen.

Für ein Gerät, das explizit für Reisende beworben wird, ist das ein spürbarer Reibungspunkt.

Preis-Leistung

Tiefstpreis: 599,00 €Höchstpreis: 624,97 €Zeitraum 3 M

Historische Tagespreise · Quelle: Keepa · Aktueller Preis siehe Angebot oben · Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten

Für 599,99 Euro (Preis bei Amazon: 599,99 €) bekommt man ein Display und eine Bedienung, die man sonst nur bei deutlich teureren Shearwater-Modellen findet. Gemessen am reinen Funktionsumfang für Freizeittaucher ist das ein fairer Preis.

Gerechnet auf eine typische Tauchsaison mit etwa 30 Tauchgängen im Jahr landet man bei knapp 20 Euro pro Tauchgang im ersten Jahr, danach sinkt der Wert mit jeder weiteren Saison, die der Computer ohne Zusatzkauf übersteht.

Der Haken liegt im Upgrade-Pfad. Die Peregrine TX kostet rund 650 Euro mehr und bringt Luftintegration für bis zu vier Sender sowie einen dreiachsigen Kompass mit, Hardware, die sich beim Standard-Peregrine nicht per Firmware nachrüsten lässt.

Wer sicher weiß, dass ihm ein klassisches Finimeter und ein analoger Kompass reichen, spart mit dem Standard-Peregrine bares Geld. Wer dagegen beim Tauchen ständig zwischen mehreren Instrumenten wechseln muss, zahlt mit der TX einmal drauf statt später ein zweites Gerät zu kaufen.

So haben wir getestet

Unsere Wertung basiert auf einem festen Verfahren mit gewichteten Kriterien, Preis-Leistung immer inklusive, jedes Kriterium einzeln bewertet von 0 bis 100 auf derselben Skala wie bei jedem anderen Produkt, das wir testen.

Für diesen Test haben wir den Peregrine über sechs Tauchgänge in einer Woche eingesetzt, in Sichtweiten zwischen 1,5 und 6 Metern, mit Nassanzug und Trockenanzug. Bewertet haben wir Handling, Ablesbarkeit, Akkulaufzeit und Preis-Leistung.

Am schwersten wiegt bei dieser Produktklasse die Ablesbarkeit: Ein Tauchcomputer, den man bei Trübung nicht sicher lesen kann, verfehlt seinen Zweck, egal wie gut die restliche Ausstattung ist. Hier hat der Peregrine im direkten Vergleich zu kleineren Watch-Style-Displays klar gepunktet.

Punkte gekostet hat die wacklige Wireless-Ladestation, die auf dem Boot bei zwei von drei Überfahrten aus Position rutschte. Die Note stützt sich ausschließlich auf unseren eigenen Praxiseinsatz und die Herstellerdaten, nicht auf fremde Bewertungen.

Alternativen

  • Schwarze Tauchmaske mit zwei Gläsern, frontal, Aufkleber „Patented product“ und „Made in ItalyCressi Tauchmaske, Schwarz/Schwarz, Einzelne Maske | Low-Volume-Design, Schnorchelmaske, für Tauchen & Schnorchel, kippbare Schnallen, Flüssigsilikon & Techno-Polymer
    44,99 €UVP 59,99 €−25%
    Stand:
  • Transparente Tauchmaske mit Einglasscheibe, Frontansicht, weißer Hintergrund, gelber Störer "Patented productCressi Schnorchelmaske F1, durchsichtig, Maske | Einzellinse aus gehärtetem Glas, beschlagfrei, mikrometrische Schnallen, rahmenloses Design, Taucherbrille, Schnorchel
    40,49 €
    Stand:
  • Schwarzer Suunto Tauchcomputer mit Digitalanzeige und Armband, Schrägansicht vor weißem HintergrundSuunto Zoop Novo Handgelenk-Tauchcomputer schwarz ohne USB
  • Khroom Kinder-Schnorchelmaske im Hai-Design neben blauer Verpackung auf SandKhroom Schnorchelmaske Kinder 3-10 Jahre | Vollgesichtsmaske mit Netzbeutel
    39,99 €
    Stand:

Der Peregrine ist nicht für jeden Taucher die richtige Wahl. Wer ein kleineres Budget hat, Luftintegration will oder lieber eine Uhr am Handgelenk trägt, findet im Feld passendere Optionen.

Produkt

Unterschied zum Peregrine

Für wen

Suunto Zoop Novo

Wechselbare CR2450-Batterie statt Akku, kleineres Display

Einsteiger mit kleinem Budget

Shearwater Teric

AMOLED-Display, Uhrenformat, Rebreather-Modi

Taucher, die eine tägliche Smartwatch wollen

Shearwater Perdix

Luftintegration, Kompass, Trimix und CCR-Unterstützung

Angehende Technik- und Rebreather-Taucher

Der Suunto Zoop Novo ist die klare Einsteiger-Alternative. Statt eines fest verbauten Akkus setzt er auf eine wechselbare CR2450-Batterie, die auf Reisen in jedem Dive Shop zu bekommen ist, kombiniert mit einem konservativen RGBM-Algorithmus.

Das kleinere Display ist bei guter Sicht kein Problem, bei Trübung aber spürbar im Nachteil gegenüber dem Peregrine. Wer unbedingt eine Uhr zum Alltagstragen sucht, landet beim Teric mit seinem schärferen AMOLED-Bildschirm, zahlt dafür aber deutlich mehr.

Für ernsthafte Trimix- oder Rebreather-Pläne führt ohnehin kein Weg am Perdix vorbei, den der Peregrine explizit nicht abdeckt.

Abseits der Tauchcomputer lohnt sich vor dem Trip auch ein Blick auf die passende Maske: Wer Brillenträger ist, findet im Cressi Big Eyes Evolution Testbericht unsere Einschätzung zur Korrektureinsatz-Tauglichkeit, wer ein möglichst großes Sichtfeld sucht, dem hilft unser Test der Cressi F1 mit ihrer frameless Bauweise weiter. Für den Nachwuchs an Bord haben wir außerdem den Khroom Seaview Kids Produktcheck mit Blick auf die CO2-Sicherheit gemacht.

Fazit & Wertung

86 / 1004,3
88 / 100
Handling
94 / 100
Ablesbarkeit
82 / 100
Akkulaufzeit
84 / 100
Preis-Leistung

Testergebnis: Der Shearwater Peregrine verdient seinen Ruf als erster Premium-Tauchcomputer zu Recht. Das große Farbdisplay ist bei Trübung messbar besser ablesbar als bei kleineren Watch-Style-Geräten, die Bedienung bleibt auch mit Handschuhen einfach.

Für wen: Freizeittaucher, die Wert auf ein großes, klar strukturiertes Display legen, bekommen hier viel Shearwater-Technik für vergleichsweise wenig Geld.

Wer schon beim Kauf spürt, dass ihm bestimmte Funktionen fehlen werden, sollte das Geld nicht erst in den Peregrine stecken und später aufrüsten wollen. Dann direkt zur Peregrine TX greifen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Der Aufpreis von rund 650 Euro rechnet sich für Taucher, die regelmäßig mit Sidemount oder mehreren Flaschen unterwegs sind und auf eine separate Finimeter-Kontrolle verzichten wollen. Auch wer aktiv navigiert, profitiert vom eingebauten Kompass. Für reine Riff- und Wracktaucher mit festem Tauchpartner bringt die TX dagegen wenig zusätzlichen Nutzen gegenüber einem günstigen Finimeter und einem analogen Kompass.

Nur bedingt: Der Peregrine deckt mit seinem 3-Gas-Nitrox-Modus leichtes technisches Tauchen mit Dekompression ab. Einen dedizierten Tec-Modus und Trimix-Unterstützung bietet er laut Hersteller nicht. Für Trimix-Pläne oder geschlossene Kreislaufgeräte sind die Shearwater-Modelle Perdix oder Petrel die richtige Wahl.

Der Hersteller erwartet eine Lebensdauer der verbauten Lithium-Ionen-Zelle von mehreren Jahren, abhängig von Nutzung und Lagerbedingungen. Die Leistung lässt dabei langsam nach. Ein Austausch ist ausschließlich in autorisierten Shearwater-Servicecentern möglich, wie sich die Zelle nach mehreren Saisons konkret verhält, können wir nach unserem einwöchigen Testzeitraum nicht sagen.

Ja, laut Hersteller lädt der Peregrine auch auf handelsüblichen Qi-kompatiblen Drittanbieter-Ladegeräten, nicht nur auf dem mitgelieferten Dock. Das ist auf Reisen eine echte Absicherung, falls das eigene Dock verloren geht. Achte beim Ersatzgerät trotzdem auf einen stabilen Kontakt, die wacklige Positionierung war im Test die Schwäche des Original-Docks.

Shearwater Peregrine
599,99 €