
Suunto Ocean im Test: Reicht die Sportuhr als Tauchcomputer?
Suunto Ocean im Test: Wir prüfen die Sportuhr mit Tauchfunktion auf Sidemount-Anzeige, Griffigkeit am Handgelenk und Tiefenreserve im Wasser über zwölf Tauchgänge.
Oktober 2026

Cressi Leonardo im Test: Wie gut schlägt sich der Ein-Knopf-Tauchcomputer bei Bedienung, RGBM-Konservatismus und Preis-Leistung für Einsteiger?
Wie wir testen, steht in So testen wir Tauchausrüstung.
Wer zum ersten Mal einen eigenen Tauchcomputer sucht, landet schnell in einem Dschungel aus Bluetooth, Kompass und Mehrgas-Modi. Für jemanden, der gerade erst seine ersten Freiwasser-Tauchgänge hinter sich hat, ist das eher Verwirrung als Hilfe.
Genau hier setzt der Cressi Leonardo an. Er bedient Luft, Nitrox und Gauge-Modus über eine einzige Taste und verzichtet bewusst auf fast alles andere.
Im Test zeigt sich: Diese Reduktion ist kein Mangel, sondern das eigentliche Verkaufsargument. Für Einsteiger, die ihre ersten hundert Tauchgänge sicher und ohne Technikfrust machen wollen, ist der Leonardo im Cressi-Leonardo-Test einer der unkompliziertesten Einstiege überhaupt.
Die Werte zeigen, wofür der Leonardo gebaut ist: Tauchen mit Luft oder Nitrox, nicht mehr.
| Tiefenbereich | 0-120 m (0,1-m-Schritte bis 100 m) |
|---|---|
| Max. Tauchzeit | 255 Minuten |
| Algorithmus | Cressi-RGBM, 9 Gewebe |
| Nitrox-Bereich | 21 bis 50 % O2 |
| Logbuch | 60 Tauchgänge / 70 Std. |
| Batterie | CR2430, ca. 2 Jahre |
| Gewicht | 135 g |
| Abmessungen | 67 x 27 mm |
| Datenübertragung | Optional per Interface |
Der Leonardo verfolgt ein klares Konzept: ein Tauchcomputer, der die Kernaufgabe jedes Rechners zuverlässig erledigt, die Berechnung der Nullzeit. Die folgende Tabelle zeigt, was dafür an Bord ist.
Eine Taste reicht tatsächlich. Kurzer Druck blättert durch Anzeigen, langer Druck bestätigt eine Auswahl, mehr Logik braucht es nicht.
Im Vorfeld eines Tauchgangs stellst du Datum, Höhenlevel, ppO2 und den Sicherheitsfaktor ein, danach läuft alles automatisch.
Das Display ist nach Cressis eigener Bezeichnung als „PCD System" aufgebaut und nutzt bewusst nicht die ganze Kreisfläche des Gehäuses, sondern ein breiteres Seitenformat. Im Test ließen sich Tiefe, Zeit und Temperatur auch mit nassen Brillengläsern und bei trübem Wasser auf Anhieb ablesen.
Die Beleuchtung schaltet sich automatisch bei jedem Alarm zu. Sie lässt sich auch durch fünf Sekunden langes Drücken der Taste manuell aktivieren.
Für Nachttauchgänge oder dunkle Wracks reicht die Helligkeit aus, ohne das Bild zu überstrahlen.
Einziger Reibungspunkt: Wer eine Einstellung verpasst, muss das komplette Menü erneut durchlaufen, einen Rückwärts-Schritt gibt es nicht. Bei der kurzen Menüstruktur des Leonardo ist das eher ein kleiner Umweg als ein echtes Problem.
Der Cressi-RGBM-Algorithmus ist eine angepasste Version des Reduced Gradient Bubble Model, das ursprünglich mit Suunto entwickelt wurde. Er rechnet mit neun Gewebekompartimenten und Halbwertzeiten zwischen 2,5 und 480 Minuten für die Sättigung.
In der Praxis bedeutet das: Der Leonardo meldet die Nullzeit tendenziell früher als mancher Mitbewerber. Grund ist, dass er Mikroblasen bei Wiederholungstauchgängen konservativer einrechnet.
Über den Safety-Factor lässt sich das noch verstärken: SF0 ist Werkseinstellung, SF1 und SF2 fügen zusätzliche Sicherheitsmargen hinzu. Das ist sinnvoll bei Kälte, Anstrengung oder wenn du dich an deinem Tauchtag nicht topfit fühlst.
Nach jedem Tauchgang tiefer als zehn Meter zeigt der Rechner einen dreiminütigen Sicherheitsstopp zwischen sechs und drei Metern an, dazu einen optionalen Deep Stop auf dem Weg nach oben. Beide lassen sich ignorieren, der Leonardo rechnet den Aufstieg notfalls auch ohne sie weiter.
Der Suunto Zoop Novo arbeitet ebenfalls mit einem konservativen RGBM-Modell und nutzt eine wechselbare CR2450-Batterie statt der CR2430 im Leonardo. Bei den Dekozeiten liegen beide etwa gleichauf.
Der spürbare Unterschied liegt eher bei der Haptik: Der Leonardo wirkt im direkten Vergleich etwas wuchtiger am Handgelenk, dafür ist sein Display einen Tick großzügiger geschnitten.
Tiefstpreis: 169,00 €Höchstpreis: 205,49 €Zeitraum 3 M
Historische Tagespreise · Quelle: Keepa · Aktueller Preis siehe Angebot oben · Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten
Für den gebotenen Funktionsumfang liegt der Leonardo im unteren Preissegment der Tauchcomputer (Preis bei Amazon: 182,99 €). Für dieses Geld bekommst du ein robustes Gehäuse, einen anerkannten RGBM-Algorithmus und eine werkzeuglos wechselbare Batterie.
Im direkten Preisvergleich zum Cressi Giotto oder zum Suunto Zoop Novo bewegt sich der Leonardo in derselben Preisklasse. Er bietet dabei mit 70 Stunden ein deutlich längeres Logbuch als viele Konkurrenten in diesem Segment.
Wer zusätzliche Features wie einen Kompass braucht, zahlt dafür spürbar drauf, ohne dass sich an der Grundfunktion, der sicheren Dekoberechnung, etwas verbessert. Genau das macht die Reduktion des Leonardo zum eigentlichen Preis-Leistungs-Argument: Du zahlst nicht für Funktionen, die du als Einsteiger ohnehin nicht nutzt.
Unsere Bewertung basiert auf einem festen Verfahren mit gewichteten Kriterien, Preis-Leistung immer inklusive, jedes einzeln von 0 bis 100 bewertet, auf derselben Skala wie bei jedem anderen Tauchcomputer in unseren Tests.
Für diesen Test haben wir den Leonardo über mehrere Tauchgänge im Freiwasser und im See eingesetzt, dabei alle drei Modi durchgespielt und die Menüführung sowohl mit nackten Fingern als auch mit 5-mm-Neoprenhandschuhen geprüft. Bewertet haben wir Handling, Sicherheit/Algorithmus, Alltagstauglichkeit und Preis-Leistung.
Für diese Produktklasse wiegt Handling am schwersten: Ein Einsteigercomputer, den man unter Stress nicht bedienen kann, verfehlt seinen Zweck völlig. Die Note kippte durch die fehlende Rückwärts-Navigation leicht nach unten, während die klare Anzeige und die zuverlässige Ein-Knopf-Logik deutlich Punkte brachten.
Grundlage der Bewertung sind ausschließlich unser eigener Praxiseinsatz und die Produktdaten des Herstellers, keine fremden Testurteile.
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Produkt | Besonderheit | Für wen |
|---|---|---|
Suunto Zoop Novo | Alternativer Hersteller, ähnlich konservatives RGBM | Wer eine zweite Marke neben Cressi vergleichen will |
Cressi Giotto | Gleiche Cressi-Plattform, Zweittasten-Bedienung | Wer mehr Bedienkomfort als reine Ein-Knopf-Logik sucht |
Mares Puck Pro | Gas-Switching, Süßwassermodus | Fortgeschrittenere Einsteiger mit Blick auf Doppelgas-Tauchgänge |
Unseren ausführlichen Test des Suunto-Modells findest du im Artikel Suunto Zoop Novo im Test. Er teilt die konservative RGBM-Philosophie des Leonardo, bringt aber eine CR2450-Batterie mit.
Der Cressi Giotto nutzt dieselbe Rechner-Plattform wie der Leonardo, ergänzt aber eine zweite Taste und zahlt dafür in der Regel etwas mehr. Für reine Luft- und Nitrox-Taucher ohne Ambitionen auf Gaswechsel bleibt der Leonardo preislich im Vorteil.
Der Mares Puck Pro lohnt sich vor allem für Taucher, die schon an Doppelgas-Tauchgänge denken: Er bietet Gas-Switching, dafür aber ein deutlich kürzeres Logbuch von nur 36 Stunden.
Wer neben dem Computer auch die passende Maske sucht, findet in unserem Cressi F1 im Test einen weiteren Baustein für die komplette Cressi-Einsteigerausrüstung. Brillenträger werfen einen Blick in unseren Cressi Big Eyes Evolution Testbericht.
Der Cressi Leonardo ist genau das, was er sein will: ein Tauchcomputer, der eine Aufgabe löst und diese sehr gut. Die Ein-Knopf-Bedienung, das große Display und der konservative Cressi-RGBM-Algorithmus machen ihn zum unkompliziertesten Einstieg, den wir in dieser Preisklasse getestet haben.
Kaufen, wenn du:
Nicht kaufen, wenn du: Kompass, Luftintegration oder Freitauch-Modus brauchst. Dafür gibt es passendere, teurere Geräte, aber keinen besseren Ein-Knopf-Einstieg als den Leonardo.
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